Bist du voll im Rennen? Die Kunst der kleinen Pause – gar nicht so einfach, wie es scheint

Findest du dich besonders fleissig, wenn du deine Mittagspause zum Business Lunch erklärst? Wenn du am Schreibtisch nur ein Pausenbrot verdrückst, während du weiter arbeitest? Damit zeigst du deinem Arbeitgeber deinen Arbeitseinsatz und Leistungswillen! Denn das will dein Chef doch sehen!
Und überhaupt: Wer keine Pause macht, ist viel produktiver und erfolgreicher als all die Faulenzer, die sich regelmäßig vor der Arbeit drücken…  Das ist ein Riesenfehler! …schreibt Karrierebibel auf seiner Seite. Wenn du atemlos und pausenlos durcharbeitest und dich abrackerst, wirst du vielleicht anfangs kurz bewundert, später aber nicht mehr. Du stärkst jedoch die Auffassung, die beste Entlohnung wäre die nach Anwesenheitsstunden.

Präsenz und Anwesenheit sagen eben nichts über die tatsächliche Produktivität aus.

Und wenn du erst einmal richtig erschöpft und ausgebrannt bist, dann mehren sich auch Fehler, die du sonst nicht machen würdest. Letztlich gewinnst du nichts, außer Stress, Unzufriedenheit oder Burn-Out. Das Arbeitszeitgesetz schreibt in § 4 sehr genau vor, wie Pausen gemeint sind und für die Arbeitnehmer verpflichtend sind. Der Arbeitgeber hat diese Möglichkeit verpflichtend einzurichten. Selbst wenn du durch arbeitest ohne Pause, wird dir vom Zeiterfassungssystem die Pause von der Anwesenheit abgezogen. Kann man also Pausen „verordnen“? Wie sit da bei dir – Machst du kleine Pausen?

Wie ist das mit den Selbständigen – gibt es bei ihnen mehr Pausenkompetenz? Oder Erholungskompetenz? Meine Beobachtung ist, sie powern oft genauso. Neulich habe ich in meinem Blogartikel von der 2M-Methode berichtet, die ich anwende als Sofortmaßnahme, um akuten Stress herunter zu regulieren. Hast du sie ausprobiert?

Mitarbeiter und Führungskräfte sind heute mehr denn je gefordert, Ausgleich zur Leistung zu finden.

„Die Deutschen sind Pausenmuffel“ schreibt Melanie Kohl unter dem Titel „Die große Kunst der kleinen Pause“ in Wirtschaftsfaktor Gesundheit 2015. Auch auf ihrem Blog geht sie darauf ein und gibt weitere Tipps.

Grundsätzlich ist die Pausenregelung sicher ein Thema, wenn es um Betriebliche Gesundheitsförderung geht. Die organisatorische Einbindung in den Ablauf der Arbeitsstunden ist meist vorhanden. Ausgenommen der Mitarabeiter oder die Führungskraft arbeitet die Pausenzeiten einfach durch, obwohl es anders vorgesehen ist. Wenn im Unternehmen ein guter Dialog zwischen Führungskräften und Mitarbeitern gepflegt wird, ist das sicher ein wichtighes Diskussionsthema.

Für ein Zeitfenster von 90 Minuten halten wir mit unserer Konzentration gut durch. Nach 70 bis 80 Minuten schaltet der Körper in den Erholungsmodus um und es ist eine kurze Pause angesagt. Eine Mini-Pause. Sie beugt Müdigkeit vor und steigert die Leistung.

Bewusst Pause machen!

Unterbrich deine Tätigkeit und tue gezielt etwas anderes. Nach sitzender Tätigkeit ist es eratsam, die Pause mit Bewegung oder Entspannung zu verbringen. Mach das Fenster auf, atme tief durch, fokussiere dich auf den Atem und geniesse, wenn möglich, die Stille!

Mehrere kurze Pausen und Kontrasterlebnisse

Nutze den höchst möglichen Effekt der Pause: Mini-Pausen mindestens fünf Minuten lang! Lange Pausen unterbrechen den Arbeitsfluss viel zu sehr. Sitzt du bei deiner Arbeit immer am Bildschirm, dann suche ein Kontrasterlebnis, gehe raus in die Natur.

Was tust du zum Ausgleich?

Herzlichst
Ute – dein Ermutigungscoach