Überall um uns herum scheitern Menschen mit ihren Lebensentwürfen

Wenn du dich umschaust, zerbrechen Ehen, obwohl sich die Partner die ewige Treue versprochen haben. Ein Unternehmen macht bankrott und langjährige Mitarbeiter stehen ohne jede berufliche Perspektive auf der Straße. Dabei geraten Betroffene schleichend in den Sog einer Alkoholabhängigkeit oder anderen Sucht und finden selbst nicht mehr heraus. Dabei scheitern Kirchenmitglieder ebenso wie Menschen ohne eine konfessionelle oder religiöse Orientierung.

Die meisten Menschen versuchen, sich nach dem Scheitern neu zu orientieren. Jedoch ist dies ein Prozess, der unglaublich viel Kraft kostet und Optimismus braucht. Dabei suchen sie in ihrem Umfeld Unterstützung und Ermutigung, das eigene Scheitern zu bewältigen. Danach verstehen sie andere in ähnlicher Situation besser und stehen Betroffenen oft unterstützend bei.

Was ist Scheitern?

Gefunden habe ich bei Wikipedia unter dem Stichwort “Scheitern” auch nachfolgende Definitionen:

  • ein Schiffsunfall, bei dem das Schiff zerschellt (im Unterschied zum unversehrten Stranden)
  • einen menschlichen Fehlschlag, das Nichterreichen eines Ziels
    (Abgerufen 27.04.2018, https://de.wikipedia.org/wiki/Scheitern)

Das Bild des Schiffsunfalls scheint mir ein passendes Bild für das, was Scheitern im menschlichen Leben meint:
“Das Schiff wird vom Sturm auf Klippen oder eine felsige Küste geworfen und zerschellt unter der Wucht der Wellenstöße, im Unterschied zum unversehrten Stranden.” Etwas Wichtiges  und Wertvolles ist unwiderruflich zerstört und lässt sich nicht wieder reparieren. Es ist aus und vorbei. Dieses Bild vom zerschellten Schiff hat etwas Gewalttätiges. Gegen deinen Willen wurde dein Lebensentwurf vollständig oder in Teilen zertrümmert und du bist der Situation ohnmächtig ausgeliefert.

Genau das meint Scheitern. Im alltäglichen Sprachgebrauch würdest du wohl kaum sagen “Ich bin gescheitert”, wenn dein Sommerurlaub verregnet ist oder du eine ersethnte Konzertkarte trotz langem Schlangestehen nicht ergattern konntest. Scheitern meint, dass ein Lebensplan zerbrochen ist und danach nichts mehr so ist wie vorher.

Scheitern und seine Folgen in der Wirtschaftswelt

Unternehmen scheitern immer wieder mit ihren Geschäftsideen. Sie müssen Konkurs anmelden. Früher erfolgreiche Manager werden entlassen. Auch Politiker erleben ähnliche Situationen. Dieses objektive Scheitern kann unterschiedliche Konsequenzen haben. Manche haben ein dickes Fell und nehmen diese Situation nicht persönlich. Ein anderer findet vielleicht bald einen neuen Arbeitsplatz und überwindet den Verlust des bisherigen Scheiterns. Wieder ein anderer sitzt auf der Straße und findet keine neue Arbeit und ist zu alt für einen Neubeginn.

Scheitern ist etwas anderes als eine Krise

In eine Krise gerätst du zum Beispiel wenn du in eine schwierige Situation gerätst und deine bisher gewohnten Bewältigungsmethoden nicht mehr ausreichen, damit zurecht zu kommen. Oder dass du in Wachstums- und Reifungsschritten steckst  und dies normale, durch das Leben gegebene Situationen sind. Krisenzeiten können sein: die Einschulung, der Tod eines Haustieres, die Pubertät, Loslösung von den Eltern, der Auszug ins eigene Leben, Partnerschaft, Altwerden und ähnliches. Wenn wir mit anderen Menschen unsere Erfahrungen teilen und darüber sprechen können, dann sind die Veränderungen in diesen Zeiten weniger bedrohlich.

Schwieriger zu bewältigen sind Krisen, die durch traumatische Lebensereignisse ausgelöst werden, z. B. durch einen Unfall oder Tod eines nahestehenden Menschens, eine plötzliche Erkrankung oder des Jobverlustes. Und selbst Ereignisse wie die Begegnung mit der großen Liebe des Lebens oder ein Lottogewinn sind wie Krisen, die verarbeitet werden müssen genauso wie ein schlechtes Prüfungsergebnis oder eine ärztliche Untersuchung.

Wenn wir von Scheitern sprechen, dann im Zusammenhang mit weitreichenden Folgen, existenziellen Fragen, also Situationen, die unser ganzes Leben umkrempeln können.

Mit Schicksalsschlägen besser umgehen lernen

Sicher fragst du dich, wie es kommt, dass manche Menschen nicht mehr aus noch ein wissen, wenn sie in eine Krise geraden oder Schicksalsschläge bewältigen müssen, während andere wie ein Stehaufmännchen nicht unterzukriegen sind. Und du fragst dich auch, ob es Ressourcen gibt, die manche Menschen gar nicht haben und die andere so stark mobilisieren, dass sie nicht scheitern?

Das Gefühl der Peinlichkeit und Scham trifft uns, weil der “Standard” von anderen, von der Gesellschaft, vorgegeben wird. Wir übernehmen diesen und im Erleben, dass unser Bestreben nicht zum gewünschten Ziel führt, schämen wir uns dann und empfinden Peinlichkeit, Übelkeit und auch bis hin zu krankhaften Symptomen. Was passiert in unserern Beziehungen und Familien, am Arbeitsplatz? Wer möchte mit Menschen zusammen sein, die in ihrem Leben gescheitert sind? Da suchen alle den bequemen Weg und schauen nur auf Glanzlichter im Erfolg.

Umso wichtiger ist, dass wir uns mit dem befassen, was uns persönlich ausrüstet, mit Rückschlägen im Leben besser oder anders umzugehen. Wie auch du dich dafür “rüsten” kannst, was du tun kannst, in Kristen und bei Schicksalsschlägen nicht in Panik zu verfallen, das beschreibe ich dir in meinem nächsten Blogartikel.

Dein erster Schritt: Nimm es an! Erlaube dir, dass etwas nicht bei deinem sogenannten Ziel ankommt.

Ein Beispiel: Da sind ein paar Jungs, die machen Gitarrenmusik, kreieren ihren Sound auch noch selbst und bewerben sich bei einer Plattenfirma. Die Rückmeldung: “Uns gefällt Ihr Sound nicht und Gitarrenmusik ist ohnehin nicht gefragt.” So die Rückmeldung der Plattenfirma Decca, die die Beatles 1962 ablehnte. Unglaublich aus heutiger Sicht, und doch wahr. Es gibt viele Beispiele noch, die ich hier anreihen könnte. Vielleicht kennst du selbst welche?

Sag also zuallererst: Okay ich habe mein Bestes gegeben und das Ziel ist nicht erreicht! Auch das gehört zu mir jetzt.
Akzeptiere, dass es zu deinem Leben dazu gehört. Es ist ein Stück Erfahrung, die dich reifer macht. Man könnte auch sagen, du hast dich einer Herausforderung gestellt, du hast es ehrlich und tatsächlich schaffen wollen. Fakt: es ist nicht geglückt. Das Warum in dieser Situation schaust du dir erst dann an, wenn du mal durch geatmet hast, Kraft geschöpft hast, danach ist das Reflektieren dran.

Aus der Gestalttherapie kennt man fünf Säulen, die unsere Identität als Menschen ausmachen und die ich in meinem nächsten Blogartikel weiter ausführen werde. Du findest dann auch den direkten Link, sobald sie online stehen:

  1. Gesundheit und der Umgang mit deinem Körper
  2. Soziales Netz
  3. Materielle Sicherheit
  4. Arbeit, Leistung und Freizeitbeschäftigung
  5. Werte, Glaubens- und Sinnfragen

Diesen Fragen gehe ich im nächsten Blogartikel intensiver nach.
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Herzlichst
Ute – dein Ermutigungscoach