Heute ist Montag, schon wieder Arbeiten… was hat das für einen Sinn?

Fragst du das manchmal? Soll der Sinn doch angeflogen kommen! Ich hab da keine Lust drauf! Immer nur für den Chef. Niemand erkennt das an. Und heute ist Montag Morgen. Du drehst dich noch einmal um. Ein zweites Mal kriechst du unter die warme Decke. Und dann ein drittes Mal. KLINGELING… schrillt der Wecker wieder. Unerbittlich laut, nicht zu überhören. Dann endlich schlägst du die Decke zurück, setzt dich auf die Bettkante. Du gähnst, als ob du alles verschlingen wolltest… und stehst auf und gehst ins Bad. Mit deinem Morgenritual – duschen, Haare richten, vielleicht schminken – und dann geht es wieder weiter, die Routine hat dich wieder eingefangen und in die Realität transportiert. Das Frühstück machen… Kaffee jetzt…

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Ich habe diese Frage im Blog von Lilies Diary gelesen. Sie erzählt: Sie hat sich in der 12. Klasse für eine Rolle eines Theaterstückes beworben und tierisch darauf gefreut! Sie malte sich aus, wie schön das sein könnte… und dann bekam sie die Rolle nicht. Sie heult fürchterlich, ist völlig verzweifelt über die entgangene Chance. Warum ist das Leben nur so schlecht zu ihr? Sie schmiss alles hin, gab die ganze Gruppe auf. In dieser Stimmung geht sie zu einer Party und begegnet dort ihrem Traummann… Viel später erst blickt sie zurück und stellt fest, das Leben hat Lily statt der Theaterrolle ihren Traummann geschenkt! Es ist vielleicht doch was dran, an dem Sinn fürs Leben… ??

Prominente Schriftsteller beantworten die Frage nach dem Sinn des Lebens

In einer der renommiertesten Zeitungen DIE ZEIT schreiben 15 prominente Schriftsteller unter der Rubrik “Arbeit”. Sie versuchen, Antworten darauf zu geben.
Da gibt es welche, die fühlen sich von der Frage überfordert, schauen auf andere und gelangen zu der Überzeugung:
“Nehmen Sie einmal an, das Leben habe einen Sinn, und dann suchen Sie ihn, indem Sie leben.”
So einfach könnte es sein… und dennoch bohrt die Frage in dir und auch in mir weiter.

“Postwendend erklären, dass das Leben einen Sinn hat, das ist viel verlangt!”
So stöhnen andere, wenn sie die Frage gestellt bekommen. Man überlegt, aus Schwierigkeiten einen Sinn abzuleiten. Wenn es denn gut aus geht, dann könnte es Sinn haben? Wo aber bleiben die Schwierigkeiten? In den Schieflagen auch noch einen Sinn sehen?

Die Erklärung nach dem Sinn dieser Ereignisse will nicht wirklich gelingen. 

Und weiter auf den zahlreichen Seiten in DIE ZEIT: Die Schriftstellerin Luise Rinser (1911 – 2002) sinniert darüber nach und meint:
“Es ist letztlich eine Liebesordnung. Sie stehen darin, wir alle tun es. Sie können diese Ordnung in Unordnung bringen durch böse, lieblose Taten und Gedanken. Sie können die Ordnung festigen durch Gutes. Der Sinn Ihres Lebens ist: die Ordnung der Liebe festigen…”
Dabei ist Rinser auf den Sinn des Ewigen Lebens gestossen und hinterfragt dies sehr klar. Wie gut es ist, eine Ordnung zu haben statt der Unordnung, das lernen wir erst zu schätzen, wenn Chaos ausbricht.

Andere sagen:
“Fragen Sie nicht danach, sondern leben Sie, wie man leben soll: sein Tagwerk getreulich erfüllen, Menschen lieben, Gutes tun in vieler Form und die Erde lieben und ihren Schöpfer, dann erfahren Sie ganz von selbst, dass das Leben einen Sinn hat, auch wenn Sie ihn nicht benennen können, sondern ihn nur fühlen.”
Ich persönlich bin davon überzeugt, wir würden heute  ähnliche Antworten finden, wenn wir unserem Umfeld diese Frage stellen würden.

Etwas ratloser wirkt Gregor Rezzori und will der Frage lieber ausweichen.
“Ich könnte Ihnen auch schreiben: Der Sinn des Lebens liegt darin, nach des Lebens Sinn zu fragen. Das kommt auf’s gleiche heraus: indem Sie fragen, erfüllen Sie den Sinn Ihres Lebens – nämlich, indem Sie leben. Wer nicht mehr fragt, lebt nicht mehr. Zu den trübsten Erscheinungen des Alterns gehört es, daß man das Fragen aufgibt. Seien Sie froh über Ihre “bohrende” Frage.”

Macht die Frage nach dem Sinn des Lebens Sinn?

Wenn du dies liest, dann interessiert es dich auch, ob dein Leben einen Sinn hat! Wenn wir ehrlich sind, geraten wir hinein in die Frage nach dem Sinn unserer Existenz. Menschen, die in Probleme geraten, neigen zu Depressionen und wenn es ganz schlimm kommt, besteht die Gefahr für Suizid.
Einer, der auch hinterfragt hat, welchen Sinn sein Leben hat, war Viktor E. Frankl. Er war gleichzeitig mit dem Schlimmsten nur Vorstellbaren konfrontiert, er lebte Jahre im KZ und verlor dort seine ganz Familie. Ich habe ein Buch von ihm gelesen, das hat mich erst erschreckt, dann gefesselt, und bis heute läßt es mich nicht los.
Viktor Emil Frankl war Sohn einer jüdischen Beamtenfamilie. 1923 schloß er sein Studium ab in Psychologie und studierte Medizin. Dabei  interessierten ihn vor allem die Schwerpunkte Depression und Suizid. In der damaligen Zeit gab es immer wieder suizidgefährdete Schüler, vor allem zur Zeit der Zeugnisausgabe. Frankl gründete 1928 Jugendberatungsstellen in Wien. Zwei Jahre später organisierte er eine Sonderaktion zur Zeit, als es wieder Zeugnisse gab. Und er schaffte es, zu dieser Zeit gab es keinen einzigen Suizit von Schülern. Da horchte man auf, sogar international wurde dies bekannt und seine Arbeit mit der Sinnhaftigkeit des Lebens wurde bekannt.

Lass mich es so erklären, was Viktor E. Frankl meint, denn seine Sicht hilft auch mir, mit den Herausforderungen des Lebens besser bis gut klar zu kommen:

Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewußtsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden. Viktor E. Frankl

Dieses Bewußtsein bekommen wir leichter, wenn wir aktiv Handelnde werden in allen Lebenslagen. Was heisst das? Wenn wir Herausforderungen haben, wenn Situationen schwierig sind, dann können wir überlegen: Was kann ich aktiv tun, um zumindest ein klein wenig eine Änderung des eigenen Standpunktes, der Sitiuation oder des Sachverhaltes zu gewinnen. Genau dadurch wird es anders! Genau dadurch wird es vielleicht leichter? Und genau dann sind wir im TUN, in der Veränderung, in der aktiven Lebensgestaltung! Frankl hat die Grauen des KZs überlebt und begründet dann in der Logotherapie sein Wirken.

Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu ver-antworten hat. Viktor E. Frankl

Das heißt also, das Leben fragt dich und mich! Und du und ich haben Antworten und Lösungen zu finden. So einfach ist es. Was mich besonders freut, ist dies: Die Sichtweise Frankls kombiniert sich genau da mit der Sichtweise Alfred Adlers aus der Individualpsychologie. Wenn wir Handeln, erleben wir uns in der Selbstwirksamkeit. Noch so ein schwieriges Wort… Unser Handeln bewirkt etwas, das ist die Selbstwirksamkeit, nämlich wir selbst bewirken etwas!!! Hurra! Wir sind deshalb nicht länger Opfer einer Situation und nicht mehr hilflos. Schauen wir es uns dann vom Ende her an, also was es letztlich bewirkt, was anders wird. Also bleib dran, kleine Veränderungen bringen ganz große Wirkung!

Was es dir bringt, deinen persönlichen Sinn für deinen Tag jetzt und hier zu suchen

Ich schreibe das hier für dich, weil es in meinem Leben ganz viel mir bedeutet. Die Sichtweise Frankls bezüglich dem Sinn im Leben und die Sichtweise Adlers, dass nur das Tun Veränderung bringt und Knoten löst, das ist so wahr! Durch mein Tun verändere ich jede Situation. Manchmal ein ganz klein wenig, nur, andere Male große Veränderungen. Und dann gibt es Rückschläge, ich komme ins Stolpern, mache Fehler. Dann greift die Ermutigung ein, die mir hilft, an meine Fähigkeiten zu glauben. Ich weiß dann wieder, daß ich mein Bestes gebe. Und ich erlebe dass sich dann manches ändert. Und im Tun kommt dann auch der Erfolg!

Zurück zur Eingangsfrage nach dem Sinn der Arbeit:

  • Welchen Sinn hat dein Tun gerade jetzt?
  • Was ist der Sinn deiner Arbeit?
  • Welchen Sinn gibst du deiner Arbeit, gerade heute?

Welches ist dein größtes Problem, für das du Veränderung suchst? Wenn dich der Schuh drückt und du nicht weiter weißt, buche dir ein gratis Strategiegespräch.
Schreib mir in die Kommentare oder eine direkte Mail HIER.
Und bleib neugierig…

Herzlichst
Ute – dein Ermutigungscoach